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WS 2012/13: Heiliges Köln

 

Interdisziplinäre Forschungsklasse
„Heiliges Köln. Konstruktion und Wandel
städtischer Identität im Mittelalter“

im WS 2012/13 (Mi 10.-11.30 im Philosophikum, S 204)

Dr. Susanne Bürkle/ Prof. Dr. Sabine von Heusinger/ Prof. Dr. Susanne Wittekind


Die kulturelle Formation der ‚Sancta Colonia‘ manifestiert sich bereits seit dem Frühmittelalter als symbolische Sinnwelt in Monumenten, Bildern und Texten und bildet einen entscheidenden Faktor für die Konstitution kultureller Identität der Stadt und kollektiver Identität ihrer Bewohner. Seit dem 12 Jahrhundert zählte zu den vier heiligen Städten der Christenheit neben Jerusalem, Rom, Konstantinopel auch Köln als das ‚Rom des Norden‘, dessen Sakralität Münzen, Siegel, Bildwerke, chronikalische und literarische Texte sowie Reiseberichte, und nicht zuletzt die zwölftorige Stadtmauer und die zahllosen Kirchen, Klöster, Stifte und Konvente repräsentieren.

In der konkreten Kooperation und Konfrontation dreier disziplinärer Zugänge – der mediävistischen Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft – widmet sich die Forschungsklasse den verschiedenen Repräsentationen, Inszenierungen und Instrumentalisierungen Köln-spezifischer Sakralität und Praktiken der Sakralisierung und deren Wirkmächtigkeit im mittelalterlichen Diskurs. Dabei sollen Evokationen, Erzeugung und Techniken des Sakralen im Blick auf die Sakralisierung Kölns ebenso diskutiert wie die komplexen Schnittstellen zwischen Sakralem und Profanem verhandelt werden, wie sie sich insbesondere für Prozesse sakraler Legitimationen säkularer Praxis abzeichnen.

Geplant sind folgende Schwerpunkte:

1. Sakralität – Identität – Stadtå

2. Sakraltopographie

3. Die Verkörperungen der Sakralität: Die Kölner Stadtheiligen: St. Gereon, St. Ursula,
Heilige drei Könige

4. Sakrale (und säkulare) Ursprungserzählungen und Stadtansichten der Colonia

Die wöchentlich stattfindende Forschungsklasse wird durch ein Begleitprogramm ergänzt: Dazu zählen Stadtbegehungen und Dombesuch, Gastvorträge und Workshops in St. Cäcilien und im Stadtmuseum sowie eine Kooperation mit dem Siegener Hauptseminar „Die Stadt als Thema. Literatur im spätmittelalterlichen Nürnberg “ von PD Dr. Heike Sahm.

Die Forschungsklasse richtet sich an Studierende aller Studiengänge der drei Fächer (innerhalb der Germanistik auch der drei Abteilungen), die ein besonderes Interesse an interdisziplinären, forschungsorientierten Fragestellungen haben. Voraussetzung ist die Bereitschaft zu einem erhöhten Zeitaufwand sowie das Engagement, sich neben dem regulären Studium auf aktuelle, fächerübergreifende Forschungsfragen einzulassen. Damit soll die alte Idee der universitas von Studierenden und Lehrenden umgesetzt werden, bei der es weniger um den Erwerb von Credit-Points, als viel mehr um den Erwerb von neuen Erkenntnissen geht. (Dennoch ist selbstverständlich der Erwerb eines Scheins möglich).

Die Vergabe der Plätze (max. 30) erfolgt nicht über Klips. Stattdessen schicken Sie bitte ein kurzes Motivationsschreiben bis zum 15. September an eine der Lehrenden oder kommen Sie in eine Sprechstunde, wenn Sie teilnehmen möchten!

(susanne.buerkle@uni-koeln.de, s.vonheusinger(at)uni-koeln.de, susanne.wittekind@uni-koeln.de)