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11/2016 - 04/2019 in Köln, verlängert bis 10/2021

VAS - Vor Augen Stellen. Bildliche Kommunkation jenseits der Dichotomie von Sprache und Bild.

gefördert von der DFG

Das Interesse am Bild als Teil der sinnstiftenden Kommunikation ist im Zeichen einer florierenden Bildwissenschaft seit dem iconic turn beständig gewachsen. Doch sind Sprache und Bild als Erkenntnisinstrumente seit jeher miteinander verbunden: In der durch die antiken Rhetorik geprägten mittelalterlichen Erkenntnis- und Bedeutungsbildung ist das Bildliche im Sinne des Vorstellungsbildes Teil des Denkens. Die zentralen sprachlichen Verfahren der Bilderzeugung, die Hypotyposis und der Vergleich, zielen analog zu den bildkünstlerischen Verfahren auf Anschaulichkeit und Evidenz. Man kann für die kulturgeschichtliche Phase des Mittelalters von einem weichen Medienbegriff, jenseits einer ausdifferenzierten Trennung von Sprache und Bild, sprechen: Text- und Bildproduktion sind gleichermaßen rhetorisch geprägt. Das Ziel, einen abwesenden Gegenstand sprachlich so vor Augen zu stellen, dass er gegenwärtig und lebendig erscheint, verhält sich zur rhetorikbasierten bildkünstlerischen Darstellungskonvention der Evidenzerzeugung analog. Das interdisziplinär ausgerichtete mediävistische Netzwerk setzt am historisch weichen Medienbegriff und einer rhetorikbasierten Vorstellung des Bildlchen an. Die Leitidee speist sich aus dem Vorgang der auf Ähnlichkeit beruhenden intra- bzw. intermedialen Übertragung im Anschluss an aristotelische Vorstellungen. Das Netzwerk zielt im Rahmen eines Buches zur 'Historischen Bildlichkeit' auf die systematische Beschreibung der Verfahren des Vor-Augen-Stellens, angereichert durch eine Reihe exemplarischer Studien.

Projektleitung: PD Dr. Franziska Wenzel

 

Narcissus, British Library, Royal 20 A XVII, fol. 14v

DFG Netzwerk VAS - Vor-Augen-Stellen

2016-2019

Das interdisziplinäre Forschungsnetzwerk will eine Grammatik bildlicher Kommunikation erarbeiten und das jenseits der Dichotomie von Sprache und Bild. Es geht uns um ein gemeinsames Instrumentarium für anschauliche Darstellungen, die sich im Medium der Sprache und im Medium des Bildes finden. Dafür sollen die Verfahren des Vor-Augen-Stellens systematisch beschrieben und anhand von exemplarischen Studien der Netzwerkmitglieder veranschaulicht werden. Der Ansatz selbst ist durch die Tatsache geleitet, dass das Interesse am Bildlichen und Visuellen seit iconic und pictorial turn beständig gewachsen ist. Nicht nur interessieren alle Formen der Bilderzeugung; Sprache und Bild als vernetzte werden mittlerweile als Teil einer visuellen Kultur erforscht, so wie es in der germanistisch-mediävistischen Forschungstradition, der Beschreibung textueller Visualisierungsformen, der Text-Bild-Forschung und der Bedeutungsforschung, seit langem der Fall ist.

Das Netzwerk ist den modernen und mediävistischen Bildwissenschaften verbunden, setzt aber bei einem Punkt jenseits der Opposition von Text und Bild an. Sprache und Bild sind trotz ihrer medialen Differenz historisch weniger trennscharf gewesen. Zentrale sprachliche Verfahren der Anschaulichkeit wie Hypotyposis, Vergleich und metaphorische Rede zielen auf Konkretion mit dem Ziel, einen abwesenden Gegenstand so vor Augen zu stellen, dass er eindrücklich, klar und lebendig erscheint. Dies ist bildkünstlerischen Darstellungen ganz vergleichbar, gerade auch, weil der referentielle Bezug hinter die Evidenz des Augenscheinlichen zurücktritt. Für das Netzwerk gilt daher grundsätzlich, dass jede Form der Evidenzerzeugung auch Bedeutungsübertragung ist, insofern sich etwas zeigt, das etwas Abwesendes bezeichnet. Sprachliches und bildkünstlerisches Vor-Augen-Stellen verlebendigt und zeigt etwas Abwesendes zugleich. Die referentiellen Bezüge werden von der Evidenz des In-Erscheinung-Getretenen wirksam verborgen. Wir können hier konkret an zwei rezente Projekt anschließen, an das seit 2013 existierende Berliner Projekt BildEvidenz und die seit 1998 laufende Münsteraner Arbeitsstelle für Christliche Bildtheologie, die das religiöse Bild auf seine historischen und erkenntnistheoretischen Prämissen in der Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Wort und Bild untersucht. 

Neben den Verfahren des Vor-Augen-Stellens geht es uns um die interaktiven Dimensionen der Bedeutungskonstitution, um die Verweiszusammenhänge zwischen konventionellem Wissen, innermedial umgesetztem Wissen und Vor-Augen-Stehendem, um die Wechselwirkungen zwischen seiner Bedeutung im medialen Kontext und um die Wirkungsweisen im jeweiligen Gebrauchszusammenhang der Medien.

Homepage: VAS

Projektleitung: PD Dr. Franziska Wenzel

Geisteswissenschaften in der Welt / Studium Integrale

2015-2017

Im Rahmen der Neuorganisation des Wissensbereichs (universitas) des Studium Integrale wird eine interdisziplinäre Vermittlung von Themen und Methoden unterschiedlicher  Fachwissenschaften für fachfremde Hörer_innen aller Fakultäten angestrebt. Die speziell entwickelten Lehrveranstaltungen (Clustervorlesungen) präsentieren unter dem Label „WeiterDenken“ Einblicke in die vielfältigen Gegenstandsbereiche geisteswissenschaftlicher Forschung. An der Philosophischen Fakultät wird so ein Angebot des Studium Integrale entwickelt, das für andere Fakultäten impulsgebend fungieren soll.

Mehr zum Projektfortschritt.

Projektleitung: Prof. Dr. Monika Schausten

10/2014 - 09/2017

Reform als Textstrategie. Untersuchungen zum literarischen Oeuvre des Johannes Meyer O.P.

gefördert von der DFG

Das Forschungsvorhaben hat eine umfassende literaturwissenschaftliche Erschließung der deutschen und lateinischen Schriften des Dominikanerobservanten und Ordenschronisten Johannes Meyer (1422/23-1485) mit texttypologischem, narratologischem, funktions- und diskurshistorischem Zugriff zum Ziel. Im Rahmen einer Monographie werden fünf überlieferungsgeschichtlich fundierte Textkomplexe, mit denen das monastische Schrifttum Johannes Meyers repräsentativ und nahezu vollsändig erfasst ist, eigehend untersucht. Angestrebt wird eine Einordnung des gewichtigen Oeuvres nicht allein unter ordens- und kulturgeschichtlicher Perspektive, sondern vor allem mit Blick auf seine Positionierung im Kontext der spätmittelalterlichen "Frömmigkeitstheologie" (Berndt Hamm) sowie hinsichtlich seines originären Beitrags für die deutsche Literatur des 15. Jahrhunderts. Damit wird ein weithin vernachlässigtes Textcorpus in die Mitte und in die ihm zustehende Aufmerksamkeit einer wissenschaftlichen Diskussion zur geistlichen literatur des 15. Jahrhunderts gerückt, das nicht zuletzt für das Verständnis des Verhältnisses von 'Reform' und 'Reformation' weiterführende Impulse und Akzente zu setzen verspricht. Als Autoroeuvre betrachtet, das im Kreuzungspunkt zentraler, insbesondere auch literarischer Diskurse seiner Zeit steht (Ordens- und Reformdiskurs, Frömmigkeitstheologie, Historiographie, Hagiographie/Vitenliteratur, Mystikrezeption, Autor-/Redaktorschaft, Übersetzungsliteratur, enzyklopädische Literatur), eröffnen die Schriften des Johannes Meyer überdies die Möglichkeit, diese verschiedenen, mitunter ineinandergreifenden diskursiven Felder und Praktiken exemplarisch zu analysieren und darzustellen. Die Untersuchung wird ergänzt um eine Edition zweier Texte mittleren Umfangs ('Papst-' und 'Kaiserchronik Predigerordens'), auf die die literaturwissenschaftliche Analyse explizit bezogen ist, die aber bislang nicht in einer Druckausgabe zugänglich sind.

Projektleitung: PD Dr. Christian Seebald

 

03/2009 - 02/2017

Edition & Kommentierung der deutschen Versnovellistik des 13. und 14. Jhd.s

gefördert von der DFG

Ziel des Projektes ist die Edition und Kommentierung der deutschen Versnovellistik (‚Mären’) des 13./14. Jahrhunderts. Es handelt sich um 171 Erzählungen mit ca. 58.500 Versen an ediertem Text; insgesamt sind ca. 172.000 Verse überliefert. Das Corpus umfasst die 113 von Heinrich Niewöhner für sein ‚Neues Gesamtabenteuer’ vorgesehenen Stücke, von dem nur ein erster Band mit 37 Stücken 1937 erschienen ist. Weil Niewöhners Editionsprinzipien aus heutiger Sicht der Spezifik des Genres nicht gerecht werden, werden zu den 76 nicht edierten Texten auch die 37 aus dem ersten Band des ‚Neuen Gesamtabenteuers’ bearbeitet. Hinzu kommen 58 Stücke aus dem Überlieferungsumfeld, die bisher aus einer dem Genre unangemessenen, rigoristischen Auffassung von literarischen Gattungen nicht berücksichtigt wurden. Ausgeschlossen sind aus pragmatischen Gründen Texte, die in Autor- und Corpusausgaben in jüngerer Zeit ediert worden sind.

Projektleitung: Prof. Dr. Klaus Ridder (Tübingen), Prof. Dr. Hans-Joachim Ziegeler (Köln)

MitarbeiterInnen in Köln: Dr. Gudrun Felder, Dr. Henrike Schaffert, Manuela Gliesmann M.A.

Homepage: www.versnovellistik.uni-koeln.de

 

06/2008 - 05/2015

Polychrome Entwürfe höfischer Welten: Farben und ihre Semantiken in erzählender Literatur des 12. und 13. Jahrhunderts

gefördert von der DFG

Ausgangspunkt des Projektes ist die Beobachtung, dass die höfische Erzählliteratur des 12. und 13. Jahrhunderts auffallend an einer dem Mittelalter ganz eigenen 'Chromophilie' partizipiert, deren Deutung und Bedeutung für die sich in den Texten manifestierenden Selbstdefinitionen und -repräsentationen feudaladeliger Gemeinschaften systematisch erarbeitet werden soll. Gerade im Rahmen der sehr intensiven Erforschung höfischer Literatur im medialen Kontext von Mündlichkeit und Schriftlichkeit steht die literarhistorische Analyse erzählter Farben in diesen Texten bislang noch völlig aus. Die an der Schnittstelle von Ikonographie und Skriptographie anzusiedelnde erzählte Polychromie soll deshalb Arbeiten zur Poetik der Visualität höfischer Literatur um einen zentralen Aspekt ergänzen. Neben Studien zu den poetischen und poetologischen Funktionen von Farbnennungen soll die Projektarbeit vor allem der spezifischen Historizität der Farbdeutung im Mittelalter gerecht werden, für deren nähere Erschließung die Aufarbeitung des theologischen Kontextes von Farbdeutungen unabdingbar ist. Denn Farbbezeichnungen stehen im theologisch-lateinischen Schrifttum des Mittelalters -- anders als in der Neueit -- selten als Abstraktum, sondern kennzeichnen nach dem allegorischen Verfahren von Schrift- und Weltauslegung stets als Eigenschaft ein Ding (res). Die heilsgeschichtliche Bedeutung dieser Eigenschaft gilt es zu ermitteln (Meier). Neben intensiven Textlektüren, die der sinnstiftenden Funktion von Farbsemantiken nachgehen und deren außerliterarische Kontexte erschließen sollen, wird deshalb die Auseinandersetzung mit den Rekursen höfischer Literatur auf den theologischen Farbdiskurs und auf die mit diesem in Zusammenhang stehende Lichttheologie für die geplanten Forschungsarbeiten zentral sein.

Projektleitung: Prof. Dr. Monika Schausten

 

Mittelalterliche Textualität als Retextualisierung: Das Textcorpus des "Pèlerinage de la vie humaine" im europäischen Mittelalter des 14. bis 16. Jahrhunderts

Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Kablitz und Prof. Dr. Ursula Peters