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Falldarstellungen in der Kriminalpsychologie:

Konstitution, Transfer und Transformation von Fällen in unterschiedlichen Text-, Medien- und Wissensformen (1790-1840)

DFG-Einzelsachbeihilfe, 1.1.2016-31.12.2018

In Fortführung der Untersuchung psychologischer, pädagogischer und juristischer Fallsammlungen in Zeitschriften der Spätaufklärung fragt das Projekt danach, wie Falldarstellungen im Prozeß der Konsolidierung der Gerichtspsychologie zu Beginn des 19. Jahrhunderts in verschiedene Publikationskontexte transferiert und dabei jeweils medien- und textsortenspezifisch transformiert wurden. Auf der Grundlage einer umfangreichen Erschließung und vergleichenden Analyse gerichtspsychologischer Falldarstellungen – in Zeitschriften, Monographien, Handbüchern, Lehrbüchern, Enzyklopädien sowie populären Kompendien von Kriminalfällen – kann zum einen die Ausbildung paradigmatischer Fälle innerhalb der entstehenden Subdisziplin der Gerichtspsychologie verfolgt werden; zum anderen der jeweilige wissenshistorische Stellenwert unterschiedlicher epistemischer Genres – im Anschluß an Ludwik Flecks Unterscheidung von Zeitschriften- und Handbuchwissen – entfaltet und auf ihre Wechselwirkung mit literarischen Kriminalerzählungen der Zeit hin untersucht werden

Projektleitung: Prof. Dr. Nicolas Pethes

Mitarbeiterin: Dr. Susanne Düwell

Anneliese Maier-Forschungspreis für Niklaus Largier (UC Berkeley)

Kooperation mit dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur I (Prof. Dr. Anja Lemke)

Der Mediävist und Kulturwissenschaftler Niklaus Largier (Professor of German and Comparative Literature, UC Berkeley) ist von der Alexander von Humboldt-Stiftung für seine herausragende Forschung auf dem Gebiet der mittelalterlichen Mystik und Scholastik und deren komplexer Verschränkung mit aktuellen kulturtheoretischen Fragestellungen mit dem Anneliese Maier-Forschungspreis 2015 ausgezeichnet worden. Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gestiftete Preis zeichnet herausragende Wissenschaftler aus den Geistes-und Sozialwissenschaften aus und dient der zukunftsweisenden Forschungskooperation internationaler Wissenschaftler mit Fachkolleginnen und Fachkollegen aus Deutschland. Das Institut für Deutsche Sprache und Literatur I hat Niklaus Largier für den mit 250.000 Euro dotierten Preis nominiert und freut sich nun auf eine produktive Zusammenarbeit in den kommenden fünf Jahren. In Kooperation mit der Neu- und der Altgermanistik wird Niklaus Largier ab dem nächsten Semester einen Forschungsschwerpunkt zum Thema seiner aktuellen Arbeiten entwickeln. Unter dem Titel "Figures of Possibility, from late medieval religious philosophy to modern thought and literature / Figuren des Möglichen, von der mittelalterlichen Religionsphilosophie zur modernen Theorie und Literatur" steht im Mittelpunkt der gemeinsamen Forschung der Versuch, das Feld der ästhetischen Möglichkeitsräume in einem diachronen Schnitt vom Mittelalter über die Zeit um 1800 bis hin zur klassischen Moderne und dem späten 20. Jahrhundert zu kartographieren, unterschiedliche Möglichkeitskonzepte zu identifizieren und auf ihre Rolle in den spezifischen Wissensformen der jeweiligen Zeit hin zu befragen.

Website: Anneliese Maier-Forschungspreis

Kontakt: Prof. Dr. Anja Lemke