zum Inhalt springen

Faksimiles der Institutsbibliothek : Der Nachlass Dr. Alfons Dawo und der "Codex Manesse"

Im Frühjahr 2016 hatte die Bibliothek das große Glück, dreizehn hochwertige Faksimiles von Prachthandschriften des europäischen Mittelalters als Geschenk zu erhalten. Die Exemplare entstammen der Sammlung des Rheinbacher Arztes Dr. Alfons Dawo.

Zeitgleich wurde der Bibliothek ein gut erhaltenes in Leder gebundenes Exemplar des Faksimiles des „Codex Manesse“ angeboten, das mit Hilfe zahlreicher Kleinspender erworben werden konnte.

Die Neuzugänge ergänzen die bereits vorhandene Sammlung mittelalterlicher Faksimiles (z.B. des „Nibelungenliedes“, der „Kleinen Heidelberger Liederhandschrift“ und der „Weltchronik“ Rudolfs von Ems). Sie waren im Wintersemester 2017/18 Gegenstand des Seminars „Die Faksimiles der Institutsbibliothek“ von Dr. Andreas Hammer. Im Rahmen des Seminars wurde auch diese Ausstellung vorbereitet.

Die Ausstellung soll einerseits die Vielfalt der unserem Institut überlassenen Sammlung von Dr. Alfons Dawo zeigen, sie soll aber gleichzeitig einen Eindruck von der Pracht und Kunstfertigkeit mittelalterlicher Buchkunst geben, welche die hier gezeigten Faksimile repräsentieren.

 

Ein Faksimile ist eine möglichst originalnahe Wiedergabe von Handschriften, Drucken u.ä. Die nachgebildeten Originale sind meist Unikate (z.B. mittelalterliche Handschriften) und ihre Benutzung ist schon aus konservatorischen Gründen nur eingeschränkt, z.T. überhaupt nicht möglich. Im Gegensatz zu Kopien, Nachdrucken und Reproduktionen ist das Ziel eines Faksimiles, dem Betrachtenden einen Gesamteindruck des Originals zu geben.

Faksimiles werden in aufwändigen technischen Verfahren produziert. Die Bindung und die Einbandgestaltung sind Handarbeit.

Faksimiles bieten die Möglichkeit, die bekannten überlieferten Texte in ihrem kulturgeschichtlichen Zusammenhang zu sehen und ihren Stellenwert als Repräsentationsobjekte zu erleben. Auch wenn ein Faksimile nicht an sein Original herankommen kann, da es die materiellen Eigenschaften des Papiers (Oberflächenstruktur und Tönung) nur optisch nachbildet, ist die originalnahe Gestaltung von Format, Seitengestaltung, Farbigkeit und Einband gerade bei unseren neuen Faksimilés der Prachthandschriften beeindruckend.

 

Dr. Alfons Dawo

Geboren am 14. Juni 1923, gestorben am 9. Februar 2012
Er war als Arzt in Rheinbach tätig und gründete dort 1952 zusammen mit seiner Frau Adelheid Dawo ein Heim für mehrfach behinderte Kinder und junge Erwachsene.
Seine große Begeisterung für die mittelalterliche Buchkunst zeigte sich in seiner beeindruckenden Sammlung von Faksimiles großer und kleiner Prachthandschriften des europäischen Mittelalters.
Im April 2016 erhielt die Bibliothek des IDSL I aus dem Nachlass von Dr. Alfons Dawo dreizehn Faksimiles und zahlreiche Dokumentationsmappen.