Prüfungsanforderungen
Hausarbeit
I. Thesenpapier und Diskussion im Seminar
In der Regel fertigen Sie in der letzten oder vorletzten Sitzung ein Thesenpapier an, auf dem Sie auf ca. einer halben Seite eine These zu Ihrem Textgegenstand/Hausarbeitsthema entwickeln und sich dabei auf zwei Sekundär- bzw. Theorietexte stützen (und/oder sich kritisch von ihnen abgrenzen). Verstehen Sie diese Übung als “Test” Ihrer ersten Gedankengänge im Vorfeld der Hausarbeit (für die dann auch Weichenstellungen, falls nötig, wieder geändert werden können).
Das Thesenpapier muss spätestens drei Tage vor der Sitzung an den Dozenten geschickt werden, für eventuelles Feedback. Eine Sprechstunde vorab ist natürlich möglich, aber nicht obligatorisch.
In der Sitzung müssen Sie kein Referat halten. Wir steigen direkt in die Diskussion über Ihr Thesenpapier ein (10-15 Min). Sie machen sich Notizen für Ihre spätere Ausarbeitung.
II. Ausarbeitung
Orientieren Sie sich an dem Merkblatt des Instituts ("Ebenda").
Bewertet werden v.a. folgende Aspekte: die literaturwissenschaftliche Qualität und Eignung der Themenstellung, die Klarheit der These, die informierte Einbeziehung von Forschungspositionen, die sprachliche und begriffliche Genauigkeit und Plausibilität (also das Gegenteil von KI-Sprache), die Arbeit am Text (den Primärtext durch Zitate sichtbar machen!) und die Schlüssigkeit der Textbeobachtungen, Argumente und Schlussfolgerungen.
Wichtig: Korrektes Zitieren und einheitliches Bibliographieren spielen bei der Benotung ebenfalls eine Rolle, ebenso wie eine akzeptable Rechtschreibung. Lassen Sie Ihren Essay vor der Abgabe von jemandem korrekturlesen! (Hier können Sie bei Problemen auch auf das “Schreibzentrum” zugehen!)
Mündliche Prüfung
Die Prüfung dauert 30 Minuten, davon 20 Minuten Seminarprüfung und 10 Minuten Prüfung der Leseliste.
I. Seminarteil (20 Min.)
Als Prüfungsstoff wählen Sie - in Absprache mit mir (Sprechstunde) - eine bestimmte, von mir vorgegebene Anzahl von Texten aus dem Seminarprogramm aus. Hinzu kommen meist noch eine bestimmte Anzahl selbstständig zu recherchierender Sekundärtexte (Aufsätze oder Buchkapitel aus der Forschung), die Sie für die Prüfung vorbereiten. Spätestens eine Woche vor der Prüfung schicken Sie mir ein Thesenpapier (1 Seite), auf dem sich zwei eigenständige Thesen zum Prüfungsstoff finden, die jeweils in 2-3 Sätzen ausformuliert werden. Darunter geben Sie die bibliografischen Titel der herangezogenen Sekundärtexte an, auf die wir uns im Prüfungsgespräch situativ beziehen können.
Geprüft wird Ihre Fähigkeit, sich begrifflich und argumentativ im Themenkreis der Kursveranstaltung zu bewegen, literarische Texte literaturwissenschaftlich zu beschreiben, analytische Termini anzuwenden, wesentliche historische Kontexte aufzurufen und zu skizzieren, Probleme und Besonderheiten der Interpretation und Textbeschreibung darzulegen und eigenständig über literarische Verfahren, Formen sowie Aspekte der Forschung zu reflektieren. Ihre Thesen sollten Sie schlüssig darlegen und auf vorhandene Forschungsergebnisse beziehen können.
II. Leseliste (10 Min.)
Die Leseliste muss möglichst frühzeitig mit mir abgesprochen werden.
Zur Vorbereitung greifen Sie bitte, wo möglich, zu
- Handbüchern (z.B. Goethe-Handbuch, Büchner-Handbuch etc.),
- die werkspezifischen Einträge in Kindlers Literatur Lexikon,
- einbändige Literaturgeschichten wie z.B. Wolfgang Beutin: Deutsche Literaturgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Stuttgart 2019. (online verfügbar) oder
- vertiefend: die entsprechenden Kapitel in mehrbändigen Literaturgeschichten wie der fünfbändigen Geschichte der deutschen Literatur beim C.H. Beck Verlag.
Während der Prüfung können Sie das Blatt mit Ihrer Werkauswahl sowie die Gedichte, die geprüft werden sollen (aber nicht die Romane und Dramen), vor sich liegen haben, sowie das Thesenpapier (das sich nur auf den Seminarteil der Prüfung bezieht).
Die Fragen zur Leseliste werden sich auf die wichtigsten Eigenschaften der jew. Textstruktur sowie auf deren literaturhistorische Einordnung beziehen. Abgefragt werden also weder spezifische Forschungsdebatten noch hermeneutische Spezialfragen ("Was bedeutet dieser Text?"), sondern die Einordnung der jeweiligen Texte in ihren allgemeinen historischen Kontext, in literarische Strömungen und Epochen (ggf. auch, inwieweit bestimmte Texte nicht in sie hineinzupassen scheinen) und in literarische Genres (z.B. bürgerliches Trauerspiel, Detektivroman, Ballade etc.). Inhaltsangaben sind nicht nötig. Inhaltliche Kenntnis frage ich nur dann ab, wenn Zweifel aufkommen, ob Sie die Texte vollständig gelesen haben.
Kombiprüfung
I. Referat
Erarbeiten Sie - üblicherweise zu zweit - ein Referat (Verteilung in der ersten Sitzung), in dem Sie in den Textgegenstand einführen (nähere Informationen in den Kursen). Im Laufe des Referats präsentieren Sie zwei unterschiedliche Forschungspositionen, die sich prinzipiell oder in bestimmten Punkten - oder auch nur einem Aspekt - widersprechen. Arbeiten Sie diesen Widerspruch als Ausgangspunkt der Seminardiskussion heraus.
II. Ausarbeitung: Essay (6 Seiten)
In der Ausarbeitung verfassen Sie einen literaturwissenschaftlichen Essay von 6 Seiten, der den Widerspruch der besagten Forschungspositionen (oder zweier anderer, wenn Sie sich umentscheiden) herausarbeitet und in mind. 3 weitere Forschungsbezüge einbettet. Entwickeln Sie Ihre eigene These zur Themen- und Problemstellung und argumentieren Sie knapp anhand des Primärtextes.
Schreiben Sie den Essay in einem wissenschaftlichen Stil, also ohne konkreten Rückbezug auf die Seminardiskussion („Wir haben dann festgestellt…“), sondern sachlich argumentierend und unter Verwendung literaturwissenschaftlicher Termini. Bauen Sie Zitate, auch Blockzitate ein, um Ihre Beobachtungen zu entwickeln und zu belegen.
Aufbau:
- Deckblatt (mit Name, Matrikelnr. etc. und Titel des Essays)
- Kurze Einleitung inkl. Nennung und kurzer Erläuterung der These
- Hauptteil: Plausible Argumentation für Ihre These
- Schluss: kurze/s Fazit/Zusammenfassung; eventuell kurzer Ausblick
- Literaturverzeichnis
Bewertet werden v.a. folgende Aspekte: Präzision in der Referierung der Forschungspositionen, sprachliche und begriffliche Genauigkeit, die Plausibilität (also das Gegenteil von KI-Sprache) und die Schlüssigkeit der Textbeobachtungen, Argumente und Schlussfolgerungen.
Wichtig: Korrektes Zitieren und einheitliches Bibliographieren spielen bei der Benotung ebenfalls eine Rolle, ebenso wie Rechtschreibung. Lassen Sie Ihren Essay vor der Abgabe von jemandem korrekturlesen!