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SoSe 2012: Performativität. Begriff, Theorie, Methoden

PD Dr. Hans Rudolf Velten

Forschungsklasse im Sose 2012, Mi 14-16 (vierzehntägig) plus Workshop am Ende des Semesters

„Performativität“, „performance“ und „Performanz“ sind Begriffe, die in den letzten Jahren in der Literaturwissenschaft immer prominenter geworden sind. Dennoch haftet ihnen – teilweise zu Recht – die Aura des Ungefähren, des Unbestimmten und Vieldeutigen an. Dies liegt nicht allein an ihrer häufigen und teils ‚unsachgemäßen‘ Verwendung, sondern vor allem daran, dass sie aus ganz unterschiedlichen disziplinären Kontexten stammen (Sprechakttheorie, Linguistik, Ethnologie und Theaterwissenschaft) und von dort aus in andere Fächer ausgewandert sind, wobei sich ihre verschiedenen Bedeutungen und Bedeutungsnuancen überlagert, gemischt, verschoben und erneuert haben. Deswegen – oder dennoch – sind sie heute zu Schlüsselbegriffen der kulturellen Analyse und somit auch für die Literaturwissenschaft mehr als interessant geworden. Grob gesagt stehen sie für die Handlungs-, Gebrauchs- und Aufführungsdimension von Sprache, Medien, Texten und Ritualen und somit im Zentrum eines Wandels von semantischen zu pragmatischen Zugängen.

Die Forschungsklasse stellt sich zwei Hauptaufgaben: sie will zunächst die Geschichte des Theoriefeldes der Performativität und der Performance von ihren Anfängen bis heute aufarbeiten. Im Anschluss sollen dann die verschiedenen Möglichkeiten untersucht werden, theoretisch und methodisch mit den beiden Theoriekonzepten in der älteren und neueren deutschen Literaturwissenschaft (bzw. auch der Linguistik) zu arbeiten. Ziel ist es, am Ende die verschiedenen Wurzeln der Begriffe zu kennen und zu unterscheiden, ihre wichtigsten theoretischen Aspekte zu verstehen und einen Überblick über die Möglichkeiten und Bedingungen ihrer Anwendung zu erhalten.

Die Veranstaltung richtet sich an fortgeschrittene Studierende und Doktoranden der Germanistik (ÄdL,NdL, Linguistik) sowie der anderen Philologien, der Theater-, Kultur- und Medienwissenschaft. Bei Interesse melden Sie sich bitte unter hvelten(at)uni-koeln.de mit einer kurzen Begründung und Motivation zur Teilnahme an der Forschungsklasse. Es werden mehrere auswärtige Referenten als Spezialisten zu der Forschungsklasse eingeladen.